Howto (Part 1) : RAW-Therapee

Ich fotografiere ausschließlich im RAW-Format. Der Hauptgrund dafür ist, dass von der Kamera erstellte JPEGs fertige Bilder sind. Diese zu Bearbeiten gleicht dem Versuch, ein gemaltes Gemälde mit Farbe und Pinsel zu verbessern. In gewissem Rahmen funktioniert das. Für eine universellere Manipulation zeigt dieser Vergleich aber die Grenzen auf. Besonders die fundamentalen Bausteine, wie beispielsweise die Graduationskurve, werden der JPEG aufgezwungen und können nicht mehr verlustfrei geändert werden. Mit der richtigen Software können all diese Entscheidungen selbst getroffen werden.
Ich nutze ausschließlich RAW-Therapee. RT ist Freeware, für Windows und Linux vorhanden und ein wirklich mächtiges Instrument. Das Programm und eine deutsche Dokumentation findet sich auf der offiziellen Homepage: ->LINK: RAW THERAPEE<-

Der Start:
Links unten findet sich ein Fenster, in dem zum Order mit der RAW-Datei navigiert werden kann. Im Fenster unten in der Mitte wird eine Vorschau aller im aktuellen Ordner enthaltenen Fotos gezeigt. Links befindet sich eine History. Hier werden alle durchgeführten Schritte chronologisch aufgelistet. Durch Doppelklick auf einen Eintrag wird der Zustand zu diesem Zeitpunkt wieder hergestellt. Auf der rechten Seite findet befinden sich viele Regler, Kurven und Schalter. Die werden im folgenden benutzt. Oben über diesem Fenster sieht man die Reiter „Exposure“, „Detail“, „Colour“, „Transform“ und „Metadata“. Der erste Teil des Tutorials befasst sich ausschließlich mit „Exposure“. Bevor es aber losgeht, muss ein Bild geöffnet werden. Dies geschieht per Doppelklick auf eines der Vorschaubildchen.

Exposure (Belichtung):

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Mit den beiden Warndreiecken (mit „1“ markiert) lassen sich Warnungen für überbelichtete und unterbelichtete Stellen im Bild einschalten. Mit Setzen eines Häckchen bei Detail (mit „2“ markiert) wird eine Bildschirmlupe aktiviert, die einen 100% Ausschnitt zeigt.

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Durch Einschalten der beiden Warndreiecke werden direkt zwei Probleme im Bild offensichtlich. Teile des Himmels sind ausgefressen („1“) und Bildteile im Schatten saufen ab.

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Um hier abzuhelfen aktivieren wir mit einem Haken vor Enable im Bereich Highlight Recovery die Wiederherstellung von ausgefressenen Stellen. Es kann aus drei Methoden gewählt werden. Prinzipiell spricht nichts gegen Colour Propagation, führt das aber zu komischen Farben, sollte Luminance Recovery genutzt werden.
Ein weiterer Haken im Bereich Shadows/Highlights aktiviert die individuelle Anpassung der hellen und dunklen Bildteile. Da die Wolken unterdessen ordentlich aussehen, wurde Highlights auf 0 gesetzt. Um jedoch in den Schatten etwas mehr Leben zu erhalten, wurde mit Shadows (3, Tonal Width 30) aufgehellt. Die Regler Local Contrast und Radius verändern den lokalen Kontrast. Der erste Werte ist die Stärke, Radius definiert was lokal bedeutet. Mit lokalem Kontrast wird ein Bild dreidimensionaler. Dieser Effekt sollte aber sparsam genutzt werden. Für den ganzen Shadows/Highlights-Bereich gilt: Ausprobieren und anpassen. Zuerst den ersten Wert einstellen und dann mit Tonal Width bzw. Radius das Feintuning durchführen.

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Nun wirkt das Bild deutlich harmonischer. Was allerdings fehlt, ist globaler Kontrast.


Kontrast kann mit der Tonkurve oder mit der Luminanzkurve erzeugt werden. Manipulationen an der Tonkurve wirken sich jedoch auf alle drei RGB-Kanäle aus. Wir wollen aber eigentlich nur die Helligkeit verändern. Um Nebeneffekte auszuschließen, nutzen wir deshalb die Luminanzkurve. Diese arbeitet mit dem LAB-Farbraum und verändert nur den L-Kanal (Luminanz=Helligkeitswert). Die beiden Farbkanäle (A und B) bleiben unberührt.
Für mehr Kontrast machen wir dunkle Bereiche dunkler und helle heller. Da wir aber die vergangene Arbeit nicht kaputt machen wollen, müssen wir dabei sehr vorsichtig sein. Es reicht aus der Geraden ein angedeutetes „S“ zu machen. Bei anderen Bildern darf das auch mal deutlicher ausfallen. Mit Brightness (Helligkeit) wird danach eine minimale Anpassung vorgenommen. Den Regler Contrast kann man nutzen, das Arbeiten mit der Kurve ist aber vorzuziehen, da man hier Hell und Dunkel durch das Setzen von individuellen Punkten perfekt ausbalancieren kann. Mit etwas Übung gar nicht so schwer.


Das Resultat zum Ende des ersten Teils des Tutorial kann sich schon sehen lassen. In den folgenden Teilen wird dann noch die Detaildarstellung verbessert und die Farbdarstellung angepasst.

Gruß Florian

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~ von flo1981 - Oktober 18, 2009.

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